Dreiklänge

In dieser und den folgenden Episoden werden Sie lernen, wie man Dreiklänge zu kraftvollen, emotionsgeladenen Soundtracks kombinieren kann. Dieses Wissen war bisher nur erfahrenen Komponisten und Musikern vorbehalten. Durch diesen und die folgenden Blog-Posts werden Sie diese Dinge auch ohne Noten- und Instrumentalkenntnisse verstehen.

Was sind Dreiklänge?

Dreiklänge sind Kombinationen von drei Tönen. Sie sind Träger von Emotion. Sie können einen fröhlichen und traurigen Charakter haben, Spannung und Entspannung ausdrücken. Sie können gradlinig und natürlich klingen, aber auch hochgradig fremd. Wer weiß, welchen Gesetzen Dreiklänge folgen, besitzt ein ausdrucksstarkes kompositorisches Mittel.

Die Musiktheorie redet in der Regel von Dreiklängen, wenn die drei Töne in Terzen geschichtet sind. D.h. der erste und zweite Ton des Dreiklanges bilden eine Terz, der zweite und dritte ebenso. Es gibt unterschiedliche Formen von Dreiklängen. Aber nicht nur der Dreiklang in sich hat entscheidenden Einfluss auf den Charakter eines Musikstückes. Vielmehr ist es auch die Abfolge von Dreiklängen, welche eine Komposition einzigartig und spannend macht.

Das Schöne ist, dass es hier klare Gesetze gibt. Wer diese Gesetze erkennt und anwenden kann, betritt einen Raum ungeahnter Möglichkeiten. Die beste und einfachste Möglichkeit, diese Gesetzmäßigkeiten zu verstehen, sind aus meiner Sicht SoundPrism und der tonartbezogene Terzkreis. SoundPrism hilft Ihnen, Dreiklänge sofort zu spielen, auch wenn Sie nicht Gitarre oder Klavier spielen können. Der tonartbezogene Terzkreis wird ihnen helfen, die Gesetzte von Dreiklängen auch ohne Notenkenntnisse zu verstehen.

Ich möchte deshalb diesen Blog-Post verwenden, um Ihnen zu zeigen, wie sie 1.) Dreiklänge in SoundPrism spielen und 2.) wie Dreiklänge im tonartbezogenen Terzkreis dargestellt werden.

Dreiklänge auf dem Klavier

Auf einem Klavier bedarf es schon einiger Übung, bis man Dreiklänge gezielt spielen kann. Das Klavier ist auf das Spiel von Melodien optimiert. Dreiklänge sehen deshalb kompliziert aus:

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Dreiklänge in SoundPrism

In SoundPrism dagegen stellen sich Dreiklänge sehr einfach dar. Man muss lediglich im Eintonmodus Töne aus drei benachbarte Zeilen spielen:

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Um das Spiel von Dreiklängen noch weiter zu vereinfachen, gibt es in SoundPrism den Dreitonmodus:

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Aktiviert man diesen, so braucht man in SoundPrism nur noch den untersten der drei Töne eines Dreiklangs spielen. Die beiden anderen Töne spielen dann automatisch mit:

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Egal, welchen Ton Sie nun in SoundPrism berühren: Es wird immer ein Dreiklang erklingen.

Dreiklänge im tonartbezogenen Terzkreis

Im tonartbezogenen Terzkreis sind die Töne von Dreiklängen ebenfalls Nachbarn. Auch hier wird zwischen Ein- und Dreitonmodus unterschieden. Ist der Eintonmodus aktiv, so muss jeder der Töne berührt werden. Dies wird so dargestellt:

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Im Dreitonmodus dagegen klingen der zweite und der dritte Ton automatisch mit. Dies wird so visualisiert:
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Mit Hilfe dieser Information sind Sie in Zukunft in der Lage, zwischen Dreiton- und Eintonmodus zu unterscheiden können.

Nächste Episode

In der nächsten Episode wird es um die wichtigsten zwei Dreiklänge gehen, nämlich den Dur-Dreiklang und den Moll-Dreiklang.

Zusammenfassung

  • Dreiklänge bestehen aus zwei aufeinander folgenden Terzen. Im tonartbezogenen Terzkreis sind die Töne von Dreiklängen deshalb Nachbarn.
  • Das Tonsystem von SoundPrism ist mit dem tonartbezogenen Terzkreis verwandt. Die Töne von Dreiklängen liegen deshalb in benachbarten Zeilen.
  • SoundPrism bietet mit dem Dreitonmodus eine Möglichkeit, neben dem Grundton automatisch noch die beiden anderen Töne des Dreiklangs mitzuspielen.
  • Töne, die in SoundPrism automatisch mitgespielt werden, werden im tonartbezogenen Terzkreis ohne äußeren Kreis dargestellt.

Glossar eingeführt

Für die Leute, die sich wundern, dass es in dieser Woche keinen Blog-Post gab: Wir haben an der Infrastruktur des Blogs gearbeitet. Es gibt jetzt einen Glossar, der sich nach und nach füllen wird. Der Glossar ist über den Menüeintrag „Glossar“ erreichbar.

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In Blog-Posts vorkommende Begriffe werden in Zukunft dann direkt auf den Glossar verlinkt, z.B. Tonartbezogener Terzkreis oder Terz

. Klickt man auf einen solchen Link, dann kommt man zum entsprechenden Glossar-Eintrag. Hier findet man eine Liste von Blog-Posts, in welchen der Begriff eingeführt und benutzt wurde. Wir hoffen, damit auch Quereinsteigern ein gutes Verständnis der Blog-Posts zu ermöglichen.

Ein neues visuelles Modell für Harmonielehre

Nachdem in den letzten Episoden wichtige musiktheoretische Grundlagen gelegt wurden, führe ich nun in diesem Blog-Post ein neues Harmonielehre-Modell ein. Ich werde das Modell in zukünftigen Episoden intensiv einsetzen. Mit Hilfe dieses Modells und SoundPrism werden Sie in die Lage versetzt, Harmonielehre ohne jegliche Notenkenntnisse und Instrumentalfähigkeiten anzuwenden.

Der tonartbezogene Terzkreis

Das Modell heißt tonartbezogener Terzkreis und ist in der folgende Abbildung dargestellt:

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Ich könnte nun damit beginnen, Ihnen diesen Kreis und die darin verborgenen Zusammenhänge zu erläutern. Ich denke aber, dass es das Erste und Wichtigste ist, dass Sie eine Vorstellung gewinnen, wie sich die einzelnen Punkte in diesem Modell anhören.

So bringen Sie den Kreis zum Klingen

Die einfachste Möglichkeit, den tonartbezogenen Terzkreis zum Klingen zu bringen, ist SoundPrism, da das Tonlayout von SoundPrism auf dem tonartbezogenen Terzkreis basiert. Um den Kreis nach SoundPrism zu übersetzen, müssen Sie sich folgende drei Regeln merken:

  1. Jeder Punkt im tonartbezogenen Terzkreis entspricht einem horizontalen Streifen in SoundPrism. Der Kreis besitzt sieben Punkte. SoundPrism besitzt sieben horizontale Streifen.
  2. Der unterste Punkt im tonartbezogenen Terzkreis entspricht dem untersten Streifen in SoundPrism.
  3. Die Töne im tonartbezogenen Terzkreis bauen sich vom untersten Ton in Uhrzeigerrichtung auf. Die Töne in SoundPrism bauen sich von unten nach oben auf.

Beispiel 1:

In der nachfolgenden Abbildung ist im tonartbezogenen Terzkreis der unterste Punkt markiert:

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Um diesen Ton in SoundPrism zu spielen, müssen sie zunächst den Eintonmodus aktivieren:

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Anschließend berühren Sie den untersten horizontalen Streifen, da dieser dem untersten Punkt im tonartbezogenen Terzkreis entspricht:

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Es ist egal, an welcher Stelle Sie den horizontalen Streifen berühren. Ein Punkt im tonartbezogenen Terzkreis repräsentiert nicht nur einen einzelnen Ton, sondern auch all seine Oktavierungen.

Beispiel 2:

Im nächsten Beispiel sind zwei Punkte markiert, und zwar der unterste und der in Uhrzeigerrichtung daneben liegende.

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Dies bedeutet, dass Sie in SoundPrism zwei Streifen gleichzeitig spielen sollen, nämlich den untersten Streifen und den darüber liegenden:

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Beispiel 3:

Im diesem Beispiel sind der unterste Punkt und der gegen Uhrzeigerrichtung angrenzende Ton hervorgehoben.

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Dies bedeutet, dass Sie in SoundPrism den untersten und den obersten Ton spielen müssen. Logisch gesehen sind unterster und oberster Ton benachbart. Diese Benachbarung wird durch das SoundPrism-Interface nicht wiedergegeben, jedoch durch den tonartbezogenen Terzkreis:

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Beispiel 4:

In diesem Beispiel sind drei Punkte markiert, nämlich der von unten in Uhrzeigerrichtung gesehen dritte, vierte und fünfte Ton.

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Entsprechend spielen Sie in SoundPrism den dritten, vierten und fünften Streifen.

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Warum nicht gleich SoundPrism?

Sie werden sich vielleicht jetzt fragen, warum ich nicht direkt SoundPrism verwendete, um Harmonielehre zu erläutern. Warum ist dieser scheinbar umständliche Weg über den tonartbezogenen Terzkreis nötig?

Es gibt eine Reihe von musikalischen Zusammenhängen und Wahrnehmungsphänomenen, die in SoundPrism nicht ersichtlich werden. Eine Vorgängerversion von SoundPrism besaß deshalb auch ein kreisförmiges Layout. Usability Tests haben jedoch gezeigt, dass sich diese Variante viel schwieriger spielen ließ. SoundPrism ist also auf das Spielen optimiert, der tonartbezogene Terzkreis auf die Wahrnehmung.

Video

Das folgende Video fasst das zuvor Gesagte zusammen und zeigt noch ein paar weitere Beispiele. Das Video ist in Englisch. Jedoch können deutsche Untertitel angezeigt werden.

Nächste Episode

In der nächsten Episode werden wir das heute entwickelte visuelle Vokabular noch erweitern. Wir werden sowohl Tonsequenzen als auch Dreiklänge im tonartbezogenen Terzkreis darstellen und zeigen, wie Sie diese auf SoundPrism übertragen können. Hier kommt im Besonderen der Dreitonmodus von SoundPrism zum Einsatz.

Zusammenfassung

  • Der tonartbezogene Terzkreis ist ein Harmonielehremodell, welches wir in Zukunft verwenden werden, um viele Zusammenhänge zu erläutern.
  • Um die zukünftigen Blog-Posts zu verstehen, ist es notwendig, den tonartbezogenen Terzkreis lesen und zielgerichtet in Musik übersetzen zu können.
  • Dies ist besonders gut mit SoundPrism möglich, da die Reihenfolge der horizontalen Streifen in SoundPrism und die Reihenfolge der Punkte im tonartbezogenen Terzkreis identisch sind.
  • Der tonartbezogene Terzkreis ordnet die Töne im Uhrzeigersinn an, SoundPrism in vertikaler Anordnung von unten nach oben. Der unterste Streifen in SoundPrism entspricht damit dem untersten Punkt im tonartbezogenen Terzkreis.